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Ich sass auf dem Klo und heulte nur noch

Es ist eine Verzweiflungsstarre, wie eine Lähmung. Das Gefühl, das hochkommt, wenn man in einer Situation oder einem Job ist, und keinen Ausweg sieht. Der Magen krampft sich zusammen, Wut kommt hoch und ein Ohnmachtsgefühl. Man weint, oft nur innerlich, wenn es keiner sieht auch äusserlich. Man weiss: ich will hier sofort weg! Raus aus dieser Konstellation, raus aus dieser Situation! Egal wohin, einfach weg!

Ich sass bewegungslos auf meinem Bürostuhl, starrte wie gelähmt in den PC. Innerliche Leere. Noch 7 Stunden? Das überlebe ich nicht. Nach einigen Minuten schaffte ich es, meine Starre zu lösen, stand auf, ging aufs Klo, setzte mich auf den geschlossenen Deckel, kippte nach rechts, Kopf an die Wand, die Arme hingen einfach am Körper. Tränen liefen mir lautlos über die Wangen.

Es war 09.30 Uhr, ich hatte genau 30 Minuten Zeit für meinen Zusammenbruch, denn um 10.00 Uhr war eine Sitzung angesagt. Ich ballte die Fäuste, und schlug sie mir auf die Oberschenkel, denn in die Wand hämmern war zu laut. Ich war am Ende. Erschöpfung sieht manchmal genau so aus.

Das Meeting überstand ich, indem ich innerlich ein Lied summte und äusserlich ins Leere gaffte.

Danach nahm mich meine Vorgesetzte zur Seite und fragte, was los sei. Ich konnte nicht mehr, ich brach in Tränen aus und erzählte ihr meinen innerlichen Kampf, den ich seit 2 Monaten austrug. Diese gefühlte Aussichtlosigkeit hier im Job, das geglaubte Versagen, die Angst vor Arbeitslosigkeit.

Wir gingen spazieren und sie stellte mir hilfreiche Fragen, die mir langsam halfen, mein verkrampftes Hirn-Wirrwarr zu lösen. Die wichtigste Frage war:

«Wenn es dir hier nicht gefällt, was möchtest du denn lieber tun?»

Ich blieb stehen und guckte sie an. Ich wusste es nicht. Und da spürte ich, dass dies der Kern der Verzweiflung war. Ich war in diesem Moment komplett orientierungslos. Wohin will ich eigentlich? Deshalb diese Ohnmacht. Ich sah keinen Ausweg, welchen denn?

Da ich keine Ahnung hatte, blieb ich einfach in meiner kleinen Tragödie sitzen.

Meine Vorgesetzte tat das, wofür ich ihr bis heute dankbar bin: Sie hat mich entlassen, noch am selben Tag. Aus dem Nest gestossen, das überhaupt nicht meins war.

Rückblickend war dies mein erster Job, den ich aus finanziellem Kalkül angenommen habe. Saumässig gut bezahlt. Jedoch hatte das wenig mit dem zu tun, was ich wirklich gerne machte. Von Work Life war da keine Spur, auch wenn von aussen alles vernünftig aussah.

Mit knapp 40 Jahren schaute ich bei mir genauer hin. Was habe ich bis dato gemacht, weshalb? Wo war mein roter Faden? Was waren eigentlich meine Beweggründe für meinen Werdegang? Gab es einen? Ich kam mir langsam selbst auf die Spur und holte mir meine Beweggründe, meine Freude, meine Interessen und meine Stärken in mein Sichtfeld. Und erhielt immer mehr die Klarheit, wohin ich meinen Fokus ausrichten darf, damit es für mich stimmt. Rückblickend war das meine eigene berufliche Neuorientierung, lange bevor ich dafür Worte hatte.

In meinen Workshops lege ich die Spur für genau diesen Weg und in meinen Einzelsettings tauchen meine Kunden mit mir während mehreren Wochen nach ihren Perlen der beruflichen Klarheit. Genau darum geht es für mich in der Laufbahnberatung, Karriereberatung und manchmal auch in einer ehrlichen Job Beratung: nicht einfach weg vom Alten, sondern hin zu dem, was wirklich zu dir passt.

Möchtest du deinem Berufswunsch auch auf die Spur kommen und deine Berufung finden? Melde dich gerne bei mir.

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